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Lehre

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2014

Mo 10.15-11.45 Uhr, ZHG 102 - Basisvorlesung 1.2 (Mediävistikteil)

Im Anschluss an die Einheiten der Basisvorlesung Grundlagen 1 führt die Basisvorlesung Grundlagen 2 im ersten Teil in literaturwissenschaftliche Theorien und in Methoden literaturwissenschaftlichen Arbeitens ein. Sie bietet Hintergrundinformationen zu den in den Basisseminaren behandelten Theorien und zeigt theoriegeschichtliche Zusammenhänge auf. Vorgesehen sind Einheiten zur Medientheorie (medientheoretische Fragestellungen, Mediengeschichte), zur Fachgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (Anfänge des Fachs, Positivismus und Geistesgeschichte; Germanistik im Nationalsozialismus) sowie zu Theorien des 20. Jahrhunderts (Strukturalismus und Poststrukturalismus; sozialgeschichtliche und kulturwissenschaftliche Ansätze). Der zweite, sprachwissenschaftliche Teil der Vorlesung beschäftigt sich mit der Konstitution von Bedeutung an der Schnittstelle zwischen Semantik und Pragmatik, der historischen Entwicklung von Sprache und den Grundlagen der modernen experimentellen Linguistik. Abschließend wird eine Brücke zur Literaturwissenschaft geschlagen, indem wir uns mit Aspekten der linguistischen Analyse literarischer Texte befassen.


Mo 14.15-15.45 Uhr, VG 1.104 – Vertiefungsseminar „Heinrich Wittenwîler:‘Der Ring‘“

Ort der Handlung: Das Dorf Lappenhausen. Beteiligte Figuren: Eine Dorfgemeinschaft aus Bauerntölpeln, später auch Zwerge, Riesen, Ritter, Helden usw. Protagonist: Der junge Bertschi Triefnas, der maßlos in ein hässliches Mädchen namens Mätzli verliebt ist. Handlungsverlauf: Triebbestimmte Werbung; grobianisches Hochzeitsmahl, bei dem die Beteiligten fressen, saufen und schließlich in Streit geraten; abschließende Schlägerei der Bauern, die sich zu einem Krieg auswächst, in dem die ganze erzählte Welt untergeht. Dazwischen: Immer wieder Lehren über richtiges Verhalten. - Der 'Ring" Heinrichs Wittenwiler will ein lehrhafter Text sein, aber er kleidet seine Lehren, wie die vorstehenden Stichworte andeuten sollen, in so merkwürdig verkehrte Formen ein, das es selbst für den Erzähler schließlich undurchschaubar wird, wie sich Ernst und Scherz zueinander verhalten. Das macht den 'Ring' zu einer bleibenden interpretatorischen Herausforderung, an der sich die Forschung dauerhaft abarbeitet. Der Text ermöglicht demnach eine Art unbegrenzter Semiose, der sich das Seminar in Anlehnung an die zentralen Forschungspositionen stellen sollte.


Mo 16.15-17.45 Uhr, VG 3.108 – Masterseminar „Medialität und Autorschaft – Konrad von Würzburg und die Gattungen mittelhochdeutscher Literatur

Im Oeuvre Konrads von Würzburg scheinen sich in besonderer Weise zwei Fragen zu kreuzen: Wie kann Sprache eine bildliche Wirkung entfalten? Und: Welche Folgen hat es für das Erzählen, den Erzähler und das Autorkonzept, wenn das Erzählen die Möglichkeiten bildlicher Imagination entschieden ergreift? Diese Fragen sind in der germanistischen Mediävistik von aktuellem Interesse, haben aber offenbar gerade auch Konrad von Würzburg in der letzten Zeit verstärkt ins Forschungsinteresse gerückt. Und so ist Konrad nicht nur historisch einer der erfolgreichsten Autoren des Mittelalters, er gilt auch aktuell als einer der interessantesten Erzähler. Im Focus des Seminars werden zunächst die Programme der kleineren Erzählungen Konrads und schließlich des Trojaromans stehen, wobei der Trojaroman am Beispiel ausgewählter Erzählstränge behandelt werden soll. Das Seminar ermöglicht durch das Spektrum der literarischen Formen, über die Konrad verfügt, einen exemplarischen Einblick in die Möglichkeiten des mittelalterlichen Erzählens, zielt aber zugleich auf eine kritische Auseinandersetzung mit dem ebenso vagen wie reizvollen Forschungsparadigmen der 'Visualität' mittelhochdeutscher Literatur und ihrer 'Autorschaftskonzepte'.


Di 14.15-15.45 Uhr, VG 3.102 – Aufbauseminar „Walther von der Vogelweide – Zwischen Sangspruch und Minnesang“

Die Karriere des Namens 'Walther von der Vogelweide" und die der mit ihm verbundenen Lyrik sucht in der deutschen Literatur ihres Gleichen. Ob man das überschwängliche Lob im Mittelalter bei Gottfried von Straßburg betrachte, ob man die Initialstellung Walthers, die ihm bei Martin Opitz eingeräumt wird, ob man die Vorlagenfunktion für den Text der deutschen Nationalhymne heranzieht - oder die Reflexe bei Peter Rühmkorf - stets greift eine Art 'Walther-Effekt", der sich aus einer eigentümlichen, artifiziellen Spannung speist. Dem Seminar soll die Frage nach dieser Spannung zugrunde gelegt werden: indem, dem Niveau eines Aufbauseminars gemäß, eine klassische Forschungsfrage verfolgt wird, die freilich mit neuen Akzentuierungen zu versehen ist. Es geht einerseits um die Spannung zwischen den Genres von Sangspruch und Minnesang, andererseits aber durch die damit beginnenden narrativen, performativen und medialen Möglichkeiten mittelhochdeutscher Lyrik. Nicht zuletzt wird dabei zu reflektieren sein, was es überhaupt heißt, von 'Lyrik' zu sprechen. 


Di 16.15-17.45 Uhr, TO 134 – Aufbauseminar „Minnesang des 13. Jahrhunderts

Am Minnesang des 13. Jahrhunderts werden gleich mehrere Forschungsklischees problematisch, die sich der vorrangigen Beschäftigung mit dem vorausgehenden, sogenannten hochhöfischen Minnesangs verdanken. Dies betrifft die Vorstellung, Minnesänger seien adlige Dilletanten ebenso, wie die Annahme von der konkreten Vortragssituation der Lyrik als der eines Sängers vor adligem Publikum, wie sie etwa die großen Minnesanghandschriften in ihren Abbildungen imaginieren. Die Medialität und die Rollenfiktionen der Sänger erweisen sich demgegenüber im 13. Jahrhundert als komplexer und weit interessanter - weshalb der spätere Minnesang in jüngster Zeit, was das Forschungsinteresse angeht, die sogenannte klassische mittelhochdeutsche Lyrik von ihrer Zentralposition verdrängt hat. Dabei ist nicht zuletzt auch deutlich geworden, dass die Vorstellung der oberflächlich artistischen Orientierung dieser Dichtungen zu kurz greift - eine Einsicht, die sich auch dank der hervorragenden Einführung von Gert Hübner durchgesetzt hat. Dieses Buch soll darum auch der Veranstaltung zugrunde gelegt werden. Anhand von Hübners Darstellung wird es dann darum gehen, das Formen- und Themenspektrum der Minnesangentwicklung im fraglichen Zeitabschnitt in exemplarischen Analysen zu erarbeiten und dabei zentrale klassische wie aktuelle Forschungsbegriffe interpretatorisch zu erproben. Die jeweils relevanten Textausgaben werden in der ersten Sitzung angegeben.


Mi 18.15-19.45 Uhr, SDP 1.245 – Forschungskolloquium

Das Forschungskolloquium dient zur intensiven Diskussion aktueller oder aktuell relevanter Forschungsbeiträge und -paradigmen. Die Veranstaltung rekurriert zugleich auf das 'Altgermanistische Kolloquium" und die Vorträge im Zentrum für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung (ZMF). Sie wendet sich damit gezielt an fortgeschrittene Studierende und bietet Gelegenheit zum Meinungsaustausch mit Promovierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitern über spezielle Forschungsschwerpunkte und eigene Projekte und Forschungsvorhaben im Bereich der germanistischen Mediävistik. In diesem Semester wird der Schwerpunkt auf den jüngsten Entwicklungen der Minnesangforschung, der narratologischen Lyrikanalyse und den Möglichkeiten einer erzähltheoretischen Topik liegen. Die genaueren Termine und die von allen Teilnehmern zu bearbeitende Literatur werden zu Beginn der Veranstaltung vereinbart. Persönliche Anmeldung in den Sprechstunden!

Prof. Dr. Hartmut Bleumer
Universität Göttingen
Seminar für Deutsche Philologie
Käte-Hamburger-Weg 3
D-37073 Göttingen
Sekretariat
Karin Peschke
Tel. +49-551-39 7509
Fax +49-551-39 7511
kpeschk@gwdg.de

Sprechstunden:
Wintersemester 2016/17
Mittwochs 14-15 Uhr
Raum 1.204

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